Wildtierrettung – Hegering Hilden

Gemeinsam Leben retten – mit moderner Technik und ehrenamtlichem Engagement

Jedes Frühjahr beginnt mit der Mahd der Wiesen eine besonders gefährliche Zeit für unsere heimischen Wildtiere. Insbesondere Rehkitze sind gefährdet, da sie sich in ihren ersten Lebenswochen bei drohender Gefahr instinktiv flach auf den Boden drücken, anstatt zu flüchten.

Um diese Tiere vor den Mähmaschinen zu schützen, engagiert sich der Hegering Hilden mit einem eigenen ehrenamtlichen Kitzrettungsteam und einer eigenen Wärmebilddrohne.

Mit moderner Technik und viel persönlichem Einsatz suchen unsere Helfer die Wiesen vor der Mahd nach Rehkitzen und anderen gefährdeten Wildtieren ab. Werden Tiere entdeckt, können diese fachgerecht gesichert und nach der Mahd wieder in die Freiheit entlassen werden.

Wildtierrettung - Hegering Hilden

Gemeinsam mit der Landwirtschaft

Eine erfolgreiche Kitzrettung ist nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jagdausübungsberechtigten und unserem Rettungsteam möglich.

Damit Einsätze möglichst zuverlässig geplant und koordiniert werden können, erfolgt die Kommunikation zwischen den teilnehmenden Landwirten und unserem Kitzrettungsteam über eine eigens dafür eingerichtete WhatsApp-Gruppe.

Hier können anstehende Mähtermine frühzeitig mitgeteilt, Flächen abgestimmt und die erforderlichen Helfer organisiert werden.

Unser gemeinsames Ziel: Möglichst viele Wildtiere vor Verletzungen und dem Mähtod bewahren.

Warum Wildtierrettung?

Jedes Frühjahr werden zahlreiche Rehkitze und andere Wildtiere durch die Mahd landwirtschaftlicher Flächen gefährdet. Besonders junge Rehkitze flüchten bei Gefahr nicht, sondern verharren regungslos im hohen Gras – ein natürlicher Schutzinstinkt, der ihnen zum Verhängnis werden kann.

Mit unserer ehrenamtlichen Wildtierrettung und moderner Wärmebildtechnik setzen wir uns dafür ein, diese Tiere rechtzeitig aufzuspüren und vor Verletzungen oder dem Mähtod zu bewahren.

Unsere Technik

Für die Wildtierrettung setzen wir auf moderne Technik. Mit unserer DJI Mavic 3 Wärmebilddrohne können wir Rehkitze und andere Wildtiere selbst in hohem Gras aufspüren. Über ein Tablet auf einem Stativ verfolgen unsere Helfer die Wärmebilder in Echtzeit. Mithilfe von Walkie-Talkies stehen Drohnenpilot und Rettungsteam in ständigem Kontakt, sodass gefundene Tiere schnell und gezielt gesichert werden können.

Ablauf einer Wildtierrettung

Unsere Einsätze beginnen in der Regel bereits in den frühen Morgenstunden. Zu dieser Zeit sind die Umgebungstemperaturen noch niedrig, wodurch sich die Körperwärme der Wildtiere deutlich besser von der Umgebung abhebt und diese mithilfe der Wärmebilddrohne leichter aufgespürt werden können.

Am vereinbarten Treffpunkt wird zunächst die benötigte Technik aufgebaut und das weitere Vorgehen abgestimmt. Anschließend werden die betroffenen Wiesen mithilfe unserer Wärmebilddrohne systematisch abgesucht.

Entdecken Drohnenpilot*in und Spotter eine auffällige Wärmequelle, wird diese genauer überprüft. Die Drohne bleibt dabei in etwa 30 Metern Höhe über der Fundstelle stehen, um das Wildtier möglichst nicht aufzuschrecken. Über Funk wird das Suchteam gezielt zur entsprechenden Stelle geleitet.

Wird ein Wildtier entdeckt, sichern unsere Helferinnen und Helfer das Tier behutsam mit Handschuhen und Gras, um einen direkten Kontakt möglichst zu vermeiden. Anschließend wird es in einer separaten, geeigneten und gesicherten Kiste untergebracht und aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Unmittelbar nach Abschluss der Mahd wird das Rehkitz am geeigneten Fundort wieder in die Freiheit entlassen, damit es von seiner Mutter wiedergefunden werden kann.

Durch das Zusammenspiel von moderner Wärmebildtechnik, guter Organisation und engagierten Ehrenamtlichen können wir so einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Wildtiere leisten.

Informationen von Landwirten

Über unsere eigens eingerichtete WhatsApp-Gruppe informieren die beteiligten Landwirte frühzeitig über anstehende Mähtermine. Anschließend wird ein Einsatzteam aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie einem Drohnenpiloten oder einer Drohnenpilotin zusammengestellt.

Vor Beginn der Mahd werden die betroffenen Wiesen mithilfe unserer Wärmebilddrohne systematisch abgesucht. Entdeckte Wildtiere werden von den Helfenden vorsichtig gesichert und nach Abschluss der Mäharbeiten schnellstmöglich wieder in die Freiheit entlassen.

So können wir durch gute Organisation, Teamarbeit und moderne Technik wertvolle Tierleben retten.

Wer darf eine Drohne fliegen – und wo dürfen wir fliegen?

Um auch auf kurzfristige Anfragen zur Wildtierrettung flexibel reagieren zu können, verfügt der Hegering Hilden über mehrere ehrenamtliche Drohnenpilotinnen und Drohnenpiloten. Alle verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und Nachweise für den jeweiligen Drohneneinsatz.

Gerade im Stadtgebiet Hilden stellen die Lage vieler Wiesen und die Nähe zu Wohngebieten, Straßen und öffentlichen Wegen besondere Anforderungen an unsere Einsätze. Deshalb achten wir konsequent auf die Einhaltung der geltenden luftrechtlichen Vorschriften und darauf, dass unbeteiligte Personen zu keiner Zeit gefährdet werden.

Eine weitere Besonderheit ist die Nähe zur Waldkaserne Hilden, durch die zusätzliche Beschränkungen und Abstimmungen erforderlich sein können. Über die vergangenen Jahre hat sich hierzu ein guter und vertrauensvoller Kontakt entwickelt, der eine verantwortungsvolle Planung unserer Einsätze unterstützt.

Wildtierrettung - Verantwortung von Landwirtschaft u. Jägerschaft

Warum besteht eine Verpflichtung zum Schutz von Wildtieren?

Die Mahd landwirtschaftlicher Flächen stellt insbesondere für Rehkitze und andere Jungtiere eine erhebliche Gefahr dar. Um vermeidbare Verletzungen oder Tötungen zu verhindern, sind geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich.

Die Verantwortung für den Wildtierschutz ergibt sich aus verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen. Dabei kommt es besonders auf die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jagdausübungsberechtigten an.

Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen

Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Abs. 1 BNatSchG)

Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt es, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu verletzen oder zu töten. Daher müssen bei der Wiesenmahd geeignete und zumutbare Maßnahmen getroffen werden, um vermeidbare Schäden an Wildtieren zu verhindern.

Bundesjagdgesetz (§§ 1 und 3 BJagdG)

Mit dem Jagdrecht ist die Verpflichtung zur Hege verbunden. Diese umfasst auch den Schutz und die Erhaltung eines gesunden und artenreichen Wildbestandes.

Das Jagdrecht ist grundsätzlich mit dem Grundeigentum verbunden. Die tatsächliche Jagdausübung liegt jedoch häufig bei Jagdpächtern oder anderen Jagdausübungsberechtigten. Deshalb ist eine frühzeitige Abstimmung zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft besonders wichtig.

Tierschutzgesetz (§§ 1 und 17 TierSchG)

Nach dem Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Schwere vorsätzliche Verstöße können nach § 17 TierSchG strafrechtliche Konsequenzen haben.

Auch bei landwirtschaftlichen Arbeiten müssen deshalb geeignete Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, um vermeidbares Tierleid zu verhindern.

Was bedeutet das für die Praxis?

Landwirte müssen vor der Mahd die nach den jeweiligen Umständen erforderlichen und zumutbaren Schutzmaßnahmen ergreifen. Dazu können beispielsweise die rechtzeitige Abstimmung mit den Jagdausübungsberechtigten, das Absuchen der Wiesen und der Einsatz von Wärmebilddrohnen gehören.

Eine einzelne Maßnahme bietet dabei nicht immer ausreichenden Schutz. Entscheidend ist, dass die Vorkehrungen auf die jeweilige Fläche, den Mahdtermin und das bestehende Risiko abgestimmt werden.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Der Schutz unserer heimischen Wildtiere ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Jägerschaft und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern erfolgreich gelingen kann.

Mit unserem engagierten Kitzrettungsteam und unserer modernen Wärmebilddrohne leistet der Hegering Hilden einen aktiven Beitrag zum Wildtierschutz. Besonders während der Mahdsaison sind wir auf Menschen angewiesen, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen und gemeinsam mit uns Verantwortung für unsere heimische Tierwelt zu übernehmen.

Dabei zählt jede helfende Hand! Ob bei der Suche und Sicherung von Rehkitzen, der Unterstützung unserer Drohnenpilotinnen und Drohnenpiloten oder der Organisation unserer Einsätze – es gibt viele Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wichtig sind vor allem Zuverlässigkeit, Teamgeist und die Freude daran, etwas Sinnvolles für den Natur- und Tierschutz zu tun.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Möchten Sie Teil unseres Wildtierrettungsteams werden?

Dann freuen wir uns, von Ihnen zu hören! Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten, sich bei unserer Wildtierrettung zu engagieren.

Eine Mitgliedschaft im Hegering Hilden ist hierfür ausdrücklich nicht erforderlich. Jeder, der sich für den Schutz unserer heimischen Wildtiere einsetzen möchte, ist herzlich willkommen.

Gemeinsam können wir viel bewegen – denn jedes gerettete Tierleben zählt!

Kontakt zu uns

Standort

Hegering Hilden
Hilden, Deutschland

+49 (0) 151 12913840